SCHRITT FÜR SCHRITT
Deine erste Seife
Seife sieden ist kein Hexenwerk – aber ein bisschen Respekt vor der Lauge gehört dazu. Hier steht, was du brauchst und wie du im Kaltverfahren zu deiner ersten eigenen Seife kommst.
⚠️ Sicherheit zuerst
- Natronlauge (NaOH) ist stark ätzend. Immer Schutzbrille, Handschuhe (z. B. Nitril) und lange Ärmel tragen.
- Immer die Lauge ins Wasser geben – nie Wasser auf die Lauge.
- Beim Lösen entstehen heiße Dämpfe: am offenen Fenster arbeiten, nicht einatmen.
- Kinder und Haustiere fernhalten, die Küche währenddessen für nichts anderes nutzen.
- Spritzer auf der Haut sofort mit viel Wasser abspülen. Bei Spritzern ins Auge lange mit Wasser spülen und ärztliche Hilfe holen.
Das brauchst du
Ausrüstung
- Digitale Küchenwaage (auf 1 g genau)
- Stabmixer – nur noch für Seife verwenden
- Edelstahltopf oder hitzefeste Kunststoffbehälter (PP) – kein Aluminium
- Thermometer
- Teigschaber aus Silikon, Löffel aus Edelstahl oder Kunststoff
- Seifenform, z. B. aus Silikon
- Schutzbrille, Handschuhe, alte Kleidung
Zutaten
- Fette und Öle laut Rezept
- Natriumhydroxid (NaOH) als Perlen oder Plätzchen
- Destilliertes Wasser
- Nach Wunsch: Duft (kosmetische Duftöle oder ätherische Öle), Farbe
Die genaue Menge an Lauge und Wasser rechnet dir der Seifenrechner aus – oder probier eines der Grundrezepte.
So geht's
- Rezept berechnen. Im Seifenrechner Öle und Mengen eintragen, Überfettung wählen (für den Anfang 7–8 %) und das Rezept ausdrucken.
- Alles abwiegen. Jede Zutat einzeln und genau abwiegen und bereitstellen.
- Lauge ansetzen. Das Natriumhydroxid langsam in das kalte Wasser rieseln lassen und rühren, bis es sich gelöst hat. Die Lauge wird dabei sehr heiß. An einem sicheren Platz abkühlen lassen.
- Fette schmelzen. Feste Fette (z. B. Kokosöl, Sheabutter) sanft schmelzen, dann die flüssigen Öle dazugeben.
- Temperatur angleichen. Lauge und Fette sollten beide ungefähr 30–40 °C haben.
- Zusammengießen und mixen. Die Lauge vorsichtig in die Fette gießen. Abwechselnd kurz mixen und mit dem Stabmixer rühren, bis der Seifenleim wie dünner Pudding wird und eine Spur auf der Oberfläche kurz stehen bleibt.
- Duft dazu. Duft und Farbe jetzt unterrühren – manche Duftöle lassen den Leim schnell fest werden, also zügig arbeiten.
- In die Form. Den Leim in die Form füllen, glatt streichen, abdecken und an einem warmen Ort stehen lassen.
- Ausformen und schneiden. Nach 1–2 Tagen ist die Seife fest genug. Aus der Form lösen und in Stücke schneiden – dabei noch Handschuhe tragen.
- Reifen lassen. Die Stücke luftig und trocken 4–6 Wochen reifen lassen, Olivenseife eher 8 Wochen oder länger. Erst dann ist die Seife mild und hart.
Wenn etwas nicht klappt
- Weißer Belag auf der Oberfläche
- Das ist meist „Soda-Asche“. Sie ist harmlos und lässt sich abwaschen oder abschneiden.
- Die Seife bleibt weich
- Oft ist sie einfach noch zu frisch – ein paar Tage mehr Zeit helfen. Viele weiche Öle machen die Seife ebenfalls weicher.
- Ölpfützen oder harte, bröckelige Stellen
- Dann hat sich der Leim nicht richtig verbunden oder das Rezept stimmt nicht. Diese Seife bitte nicht verwenden. Rezept und Waage prüfen.
- Der Leim wird plötzlich fest
- Manche Duftöle beschleunigen das. Beim nächsten Mal kühler arbeiten und den Duft früher, aber schnell einrühren.
Diese Anleitung ist mit Sorgfalt geschrieben, ersetzt aber keine eigene Vorsicht. Rezepte und Laugenmenge vor dem Sieden immer prüfen.